Technische Hinweise

Wie Sie Satellitenbilder in städtebauliche Entwurfskonzepte verwandeln

Erfahren Sie, wie Sie mit ReRoom Arbeitsbereich ein Satellitenbild in ein städtebauliches Entwurfskonzept verwandeln – vom Masterplan über das 3D-Massenmodell bis hin zu realistischen Marina-Renderings.

Willy
Ingenieurwesen · 4. Juni 2026 · 5 Min. Lesezeit

Warum mit einem Satellitenbild beginnen?

In der frühen Phase des Städtebaus ist ein Satellitenbild oft die erste Referenz, um einen Standort zu verstehen. Es zeigt die Küstenlinie, Straßen, Uferkanten, bestehende Geländebedingungen und den umgebenden Entwicklungskontext.

In diesem Tutorial nutzen wir ReRoom Arbeitsbereich, um das rohe Satellitenbild einer Inselküste in eine Reihe städtebaulicher Visualisierungen zu verwandeln. Das Ziel ist nicht, Planungsanalysen, Bebauungsplanprüfungen oder Standortuntersuchungen zu ersetzen. Stattdessen möchten wir schnell untersuchen, wie sich ein Areal in ein Planungsgerüst, ein 3D-Massenmodell und schließlich in ein realistisches Marina-Rendering weiterentwickeln lässt.

int0526ref1 Abbildung 01. Ursprüngliches Satellitenbild als Ausgangspunkt

Schritt 1 — Anmelden und Arbeitsbereich öffnen

Melden Sie sich zunächst bei ReRoom an und gehen Sie auf die Startseite. Öffnen Sie von dort aus Arbeitsbereich.

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Arbeitsbereich ist besonders nützlich, wenn Sie ein Bild Schritt für Schritt bearbeiten und weiterentwickeln möchten, anstatt sofort ein finales Bild zu generieren. Für diesen Workflow verwenden wir das Satellitenbild als Basiseingabe und bearbeiten es anschließend fortlaufend mit Prompts, während der Entwurf konkreter wird.

Laden Sie nach dem Öffnen von Arbeitsbereich das Satellitenbild des Standorts hoch. Ein schärferes Bild liefert in der Regel bessere Ergebnisse, da die KI Küstenlinien, Grundstücksgrenzen und den umgebenden Wasserkontext besser erfassen kann.

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Schritt 2 — Entwicklungsgrenze definieren

Bevor wir den Stadtplan generieren, legen wir zunächst die Entwicklungsgrenze fest. Dieser Schritt hilft der KI zu verstehen, welcher Teil der Insel zum Planungsgebiet werden soll.

Bild Abbildung 02. Festlegen der Entwicklungsgrenze vor dem Generieren des Stadtplans

Prompt
Add a semi-transparent purple overlay to the bay area on the eastern side of the island to mark the boundaries of the future development site. Do not alter the original satellite imagery, coastline, terrain, ocean water, lighting, or camera perspective. The purple region serves strictly as a visual guide for the scope of subsequent editing.

In dieser Phase verzichten wir üblicherweise darauf, architektonische Stile oder Rendering-Schlagwörter hinzuzufügen. Wird der Eingabeaufforderung zu früh zu bildhaft, erzeugt die Ausgabe möglicherweise Landmarken oder Gebäude, noch bevor die städtebauliche Struktur klar definiert ist.

Schritt 3 — Einen küstennahen städtebaulichen Masterplan generieren

Verwenden Sie als Nächstes „Eingabeaufforderung to edit the image“, um den Standort in einen küstennahen städtebaulichen Masterplan zu transformieren.

In diesem Stadium sollte sich der Eingabeaufforderung auf das Planungsgerüst konzentrieren: Straßen, Uferbereiche, Blockstrukturen, Freiräume und die Anbindung an die Küstenlinie.

Prompt
create a coastal urban master plan on the defined island site, preserve the coastline, add road network, urban blocks, waterfront public space, parks, marina planning framework

int0526ref5 Abbildung 03. Verwandlung des Satellitenbildes in einen küstennahen städtebaulichen Masterplan

Der Schlüssel liegt darin, das System zu beschreiben, nicht nur den visuellen Stil. Begriffe wie road network, urban blocks, waterfront public space und planning framework sorgen dafür, dass das Ergebnis näher an der städtebaulichen Logik bleibt.

Schritt 4 — Umplanung als Grachtenstadt-Struktur

Nachdem der erste Masterplan generiert wurde, können wir dasselbe Bild weiter bearbeiten und in eine andere planerische Richtung lenken.

In diesem Beispiel gestalten wir den Küstenplan zu einer Grachtenstadt-Struktur um. Anstatt Wasser nur am Rand des Areals zu belassen, leiten wir Wasserkanäle direkt in die städtischen Baublöcke.

Prompt
redesign the master plan into a canal city framework, integrate waterways into the urban blocks, coastal urban planning, pedestrian waterfront network, preserve the island outline

int0526ref6 Abbildung 04. Umgestaltung des Küsten-Masterplans in eine Grachtenstadt-Struktur

Dieser Schritt ist wichtig, da er die Rolle des Wassers verändert. Wasser ist nicht mehr bloß eine Grenze. Es wird Teil der Erschließung, des öffentlichen Raums und der gesamten Stadtstruktur.

Schritt 5 — Einen kreisförmigen Yachthafen hinzufügen

Fügen Sie im nächsten Schritt über eine weitere Eingabeaufforderung-Bearbeitung einen kreisförmigen Yachthafen in den Plan ein.

Prompt
add a circular yacht marina to the canal city plan, connect it with the water channels, preserve the urban blocks, create a clear waterfront public space around the marina

int0526ref7 Abbildung 05. Hinzufügen eines kreisförmigen Yachthafens in die Stadtstruktur

Ein häufiges Problem ist, dass der Hafen zu einem rein dekorativen Kreis verkommt, wenn der Eingabeaufforderung zu einfach formuliert ist. Um das zu vermeiden, beschreiben wir, wie er an die Kanäle und die umliegenden Stadtblöcke angebunden sein soll.

Schritt 6 — 2D-Plan in ein weißes 3D-Massenmodell konvertieren

Sobald der 2D-Masterplan eine klare Struktur aufweist, überführen wir ihn in ein weißes 3D-Massenmodell.

Ziel dieses Schritts ist es nicht, finale Materialien darzustellen. Wir nutzen das Massenmodell, um Gebäudevolumen, Blockdichte, Ufermaßstäbe und die räumliche Beziehung zwischen der Marina und den umliegenden Gebäuden zu überprüfen.

Prompt
convert the 2D urban master plan into a 3D white massing model, aerial axonometric view, simplified building volumes, preserve waterways and marina layout

int0526ref8 Abbildung 06. Konvertieren des 2D-Stadtplans in ein weißes 3D-Massenmodell

In diesem Stadium ist Klarheit wichtiger als Realismus. Glasflächen, Vegetation, Menschenmengen oder dramatische Beleuchtung vermeiden wir in der Regel, da solche Details die Beurteilung des städtebaulichen Gefüges erschweren können.

Schritt 7 — Das Massenmodell in eine Schrägluftbild-Perspektive überführen

Nach dem ersten 3D-Massenmodell bearbeiten wir das Bild weiter zu einer Schrägluftbild-Ansicht (Aerial Oblique View).

Diese Ansicht hilft uns, Gebäudehöhen, Straßenhierarchien, die Tiefe der Uferzone sowie die Beziehung zwischen der Marina und dem Kanalnetz besser zu verstehen.

Prompt
turn the white massing model into an aerial oblique view, show building height variation, marina relationship, waterfront promenade, simplified architectural massing

int0526ref11 Abbildung 07. Überprüfung der Marina und der Stadtblöcke aus der Schrägluftbild-Perspektive

Wir halten das Bild weiterhin überwiegend weiß und diagrammatisch. Wird das Modell zu früh fotorealistisch, lässt sich schwerer beurteilen, ob die städtebauliche Struktur tatsächlich funktioniert.

Schritt 8 — Eine Marina-Perspektive auf Augenhöhe erstellen

Sobald Grundriss und Baumassen stimmig sind, wechseln wir von der Vogelperspektive zu einer Marina-Perspektive auf Augenhöhe (Human Scale).

Dieser Schritt dient dazu zu prüfen, ob der kreisförmige Yachthafen aus Fußgängerperspektive überzeugend wirkt. Außerdem vermittelt er ein besseres Gefühl für die Breite der Promenade, die Belebung des Ufers und den Maßstab der angrenzenden Bebauung.

Prompt
transform the aerial white massing model into a human-scale marina perspective, circular yacht harbor, waterfront promenade, boats, pedestrian walkway, surrounding buildings

int0526ref13 Abbildung 08. Übergang von der Massenstudie aus der Luft zu einer Marina-Perspektive auf Augenhöhe

Hier beginnen wir, mehr räumliche Details einzufügen, versuchen jedoch nach wie vor, das ursprüngliche Planungsgerüst beizubehalten.

Schritt 9 — Das weiße Modell in ein realistisches Marina-Rendering verwandeln

Schließlich verwandeln wir das weiße Massenmodell in ein realistisches Rendering des Yachthafens.

Prompt
transform the white massing model into a realistic marina rendering, circular yacht harbor, waterfront promenade, boats, soft daylight, realistic water reflection, coastal urban atmosphere

int0526ref16 Abbildung 09. Umwandlung des weißen Massenmodells in ein realistisches Marina-Rendering

Beim Sprung vom weißen Modell zum fotorealistischen Rendering können zwei Probleme auftreten: Die KI verändert unter Umständen das Planungsgefüge, oder der Maßstab der Marina gerät unrealistisch. Um dieses Risiko zu minimieren, teilen wir den Eingabeaufforderung in zwei Ziele auf: Zuerst das Planungsgerüst beibehalten, dann Renderdetails hinzufügen.

Ein Satellitenbild ist nicht nur eine Referenz-Basiskarte; es kann auch als Ausgangspunkt für frühzeitige städtebauliche Entwurfsexplorationen dienen.

Dieser Workflow erfordert nach wie vor menschliches Urteilsvermögen. Reale Standortbedingungen, Bauplanungsrecht, Erschließung, Umweltverträglichkeit und Ausnutzungsziffern lassen sich nicht allein anhand generierter Bilder entscheiden. Doch für Konzeptentwürfe hilft ReRoom Arbeitsbereich dabei, abstrakte Planungsideen in visuelle Optionen zu übersetzen, die sich früher prüfen, vergleichen und diskutieren lassen.

#AI Architecture#Urban Design#ReRoom#Workbench#Tutorial